Hundefreunde Langfurth e. V. 1. Fährte  Die Fährte ist für viele Hunde(führer) die schwierigste Disziplin. Dabei ist genau diese Disziplin diejenige, die dem Nasentier Hund am leichtesten fallen kann, wenn man versteht, den Hund richtig anzuleiten. Ab der 8. Woche sind die Geruchsnerven beim Hund weitestgehend entwickelt. Ihr Hund ist in der Lage, Gerüche wesentlich intensiver und differenzierter wahrzunehmen als der Mensch.  Diese Eigenschaften kann man sich zu Nutzen machen. Hunde werden heute als Minensuchhunde, als Sprengstoffspürhunde, als Leichensuchhunde, als Rettungshunde, als Rauschgiftspürhunde, etc. eingesetzt. Als Privatperson kann man von diesen Betätigungsfeldern allenfalls die Rettungshundeausbildung in Erwägung ziehen. Leider sind die Ausbildungsplätze hier recht weit verstreut.   Was für jedermann und jeden Hund möglich ist, ist die Ausbildung zum Fährtenhund. Hier verfolgt der Hund eine Fährte über einen Acker, eine Wiese oder ähnliches Gelände, die ein Fährtenleger eine halbe bis drei Stunden vorher (je nach Prüfungsstufe) gelegt hat. Unterwegs „verliert“ der Fährtenleger einige Gegenstände, die der Hund seinem Hundeführer (sitzend, liegend oder stehend) anzeigen muss. Diese Art der Ausbildung kommt den Anlagen des Hundes sehr entgegen. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, einem Hund zu vermitteln, dass er genau diese gelegte Fährte suchen soll, und sich nicht durch Fremdfährten (menschliche oder tierische) ablenken lassen soll. Fährtenarbeit ist Fleißarbeit und deshalb ist regelmäßiges Training unabdingbar ! Bevor ein Hund eine Fährtenhundprüfung oder auch die erste Schutzhundeprüfung ablegen kann, muss er zunächst die Begleithundeprüfung mit Erfolg absolviert werden.  2. Unterordnung  Fast jeder Hund lernt und arbeitet gerne, wenn die Ausbildung von Anfang an richtig aufgebaut wird. Ein Hund, der keine Aufgabe hat, ist in den meisten Fällen kein glücklicher Hund. Als verantwortungsbewusster Hundehalter muss man allerdings dafür Sorge tragen, dass sich ein Hund wohl fühlt.  Kleine oder auch größere Aufgaben kann man Ihm meist leicht beibringen. Aber wieso nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Auf Den vielen Hundeplätzen wird die Arbeit mit dem Hund in so vielen verschiedenen Bereichen betrieben, dass sicherlich für jeden Hund etwas dabei ist. Voraussetzung für fast alle Sportarten ist allerdings die Unterordnung (der Grundgehorsam). Bei den Prüfungen fängt dieses mit der Begleithundeprüfung an. Hier muss der Hund zeigen, dass er die Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz aus der Bewegung , Platz in Verbindung mit Herankommen und das Ablegen beherrscht. Außerdem wird bei dieser Prüfung noch das Wesen des Hundes auf die Probe gestellt. Sein Verhalten gegenüber Joggern, Radfahrern, anderen Hunden etc. sollte entspannt und ohne Aggression sein. Diese Prüfung kann und sollte jeder Hund machen. Wer im Schutzhundesport tätig sein will (oder auch in einigen anderen Bereichen) muss eine solche Prüfung sogar absolvieren.  Bei der Unterordnung während einer Schutzhundeprüfung kommen noch weitere Kommandos hinzu.  Hier muss der Hund ein Apportierholz zu seinem Hundeführer zurückbringen. Bei SchH I nur auf ebener Erde und über eine 1 Meter hohe Hürde, bei SchH II und SchH III kommt noch die 1,80 Meter hohe A-Wand hinzu. Außerdem muss der Hund auf Sicht- und Hörzeichen des Hundeführers eine bestimmte Strecke vorauslaufen.  Bei SchH III muss der Hund zusätzlich noch das Hörzeichen „Steh“ beherrschen. Durch diese Gerhorsamkeitsübungen wird das Mensch-Hund-Team eng zusammengeschweißt. Der Hund lernt gehorchen, schließt sich dem Hundeführer noch besser an und der Hundeführer lernt seinen Hund noch besser kennen, und kann ihn im Alltag noch besser einschätzen.  3. Schutzdienst Der Wolf und auch die Hundeartigen müssen ihre Beute suchen, erjagen und erkämpfen. Er kriegt nichts „geschenkt“, sondern muss harte Arbeit leisten, bevor er zu seinem Ziel kommt. Die Hunde heutzutage brauchen das zum Glück nicht mehr. Sie bekommen Ihr Futter vor die Nase gesetzt und haben es nicht nötig sich ihre Beute zu erjagen. Aber trotzdem, oder gerade deshalb, gibt es immer wieder Hunde, die wildern, jagen, sich aggressiv verhalten oder sonst irgendwie unerwünscht „Dampf“ ablassen.  Das ist auch nicht verwunderlich, denn was sich in Jahrhunderten in den Genen verankert hat, das lässt sich nicht innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte abschaffen (und das ist auch gut so). Natürlich sind nicht alle Hunde so veranlagt, es gibt so viele Rassen die alle für unterschiedliche Aufgaben gezüchtet wurden, dass bei einigen der Jagd- und Beutetrieb  fast völlig verschwunden ist (English Bulldogs, Mops usw.). Es gibt auch einige Hunde, denen reicht das tägliche Gassi gehen um den Block. Diese Hunde werden wahrscheinlich nicht viel Spaß am Schutzdienst haben. Aber den anderen kann man mit dem kontrollierten und richtig gelernten Schutzdienst auf den Übungsplätzen etwas bieten, das seinem angeborenem Beutetrieb Rechnung trägt.  Er darf kämpfen, Beute erobern und praktisch vieles tun, was seinen Vorfahren entspricht. Er kann sich so abreagieren und sich austoben, was er sonst fast nirgendwo in dieser Art und Weise machen kann.  Das Kämpfen um die Beute und das Siegen über den Figuranten erweckt beim Hund in keinster Weise Aggression gegenüber dem Mensch, sondern hat in manchen Fällen, wo eine solche vorhanden war, diese durch die Arbeit abzubauen geholfen. Nebenbei lernt der Hund im Schutzdienst, in einer extrem hohen Trieblage noch wesentlich mehr Gehorsam als in der Unterordnung. Und wer kann das sonst noch von seinem Hund behaupten ???? Leider gibt es auch in diesem Sport schwarze Schafe, die den Ruf aller Schutzhunde in den Dreck ziehen. Aber im Regelfall sind Schutzhunde ausgelastet und gut erzogene Begleiter, die meistens nur positiv auffallen. Und jeder Schutzhundesportler sollte dafür Sorge tragen, dass das auch so bleibt. In einer Zeit von hoher Arbeitslosigkeit, und Unsicherheit, werden Raub- und Einbruchsdelikte immer häufiger. Deshalb kann man sich glücklich schätzen, wenn man einen gut ausgebildeten Schutzhund an seiner Seite hat.